Zukunftsmarkt Regelenergie

Für die erfolgreiche Teilnahme am Regelenergiemarkt stellen die Anforderungen der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) an die IT-Sicherheit und Datenkommunikation oft eine große Herausforderung dar. Durch standardisierte IT-Lösungen ist trotzdem eine kurzfristige Teilnahme mit einer kalkulierbaren Time-to-Market für potentielle Anbieter möglich.

Durch die Regelenergie soll die Stabilität des Stromnetzes in Deutschland gewährleistet werden. Die zur Regelung erforderliche Datenkommunikation muss also eine hohe Verfügbarkeit haben, um im Ernstfall auch die notwendige Energie „schalten“ zu können. Ein Ausfall der Kommunikation und damit eine ausbleibende Schaltung von Energieanlagen kann fatale Folgen für die Stabilität des Stromnetzes in Deutschland haben. Sehr hohe Anforderungen an die Anlagen und die Datenkommunikation sind also durchaus gerechtfertigt. Setzt sich der aktuelle Trend fort, wird die Anzahl von Sekundär-Regelenergie-Anbietern und Energieanlagen wahrscheinlich deutlich steigen. Die damit einhergehende Menge abrufbarer Energie hätte dann fallende Preise für die Bereitstellung und Lieferung von Sekundär-Regelenergie zur Folge. Um die prognostizierte Anzahl von Anlagen zukünftig wirtschaftlich für den SRL-Markt zu präqualifizieren und betreiben zu können, erarbeitet das Industrieforum VHPready e.V. zertifizierfähige Qualifizierungsstandards (in den einzelnen Arbeitskreisen arbeiten u.a. auch der ÜNB 50Hertz und der IT-Dienstleister mdex mit).

Abbildung: Skalierbare Einbindung einer Energieanlage in ein virtuelles Kraftwerk

Anforderungen an die IT-Sicherheit – Beispiel SRL-Kommunikation

Die Übertragungsnetzbetreiber (50 Hertz, amprion, tennet, Transnet BW) haben in dem Dokument „Mindestanforderungen an die Informationstechnik des Anbieters für die Erbringung von Sekundärregelleistung“ bereits im Mai 2013 Standards für die SRL-Datenkommunikation definiert. In der aktuellsten Fassung (Stand: 28.11.2014) sind viele Punkte des Anforderungsprofils genauer spezifiziert und in der SRL-IT-Checkliste referenziert worden. Auf der anderen Seite wurden aber auch Anforderungen an den zugrundeliegenden Verschlüsselungsstandard der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, zuvor ausschließlich IPSec, um OpenVPN ergänzt.

Grundsätzlich gilt, dass die SRL-Datenkommunikation zwischen ÜNB und technischer Einheit (TE) keine Verbindung zum Internet haben darf und Ende-zu-Ende verschlüsselt sein muss (IP-sec mit AES256, bzw. gleichwertig). Das Anbieter-Leitsystem muss außerdem mit einer maximalen Umschaltzeit von 20 Sekunden redundant ausgeführt sein. Eine Standortredundanz ist ab 50 MW pro Regelzone verpflichtend. Die Verzögerung auf der gesamten Kommunikationsstrecke zwischen ÜNB und TE darf maximal 5 Sekunden betragen und die Konfiguration der Kommunikationsrouter der TEs muss regelmäßig (mindestens wöchentlich) automatisiert überwacht werden. Kommt es zu Abweichungen müssen diese automatisiert gemeldet werden (z.B. per E-Mail oder SMS). Zusätzlich muss der Anbieter eine dedizierte Punkt-zu-Punkt-Verbindung zu den beteiligten ÜNBs haben.

Ergänzt werden diese Vorgaben um die Anforderungen an die verwendete Datenkommunikationsart des SRL-Leitsystems. So müssen sich Datenverbindungen zwischen Leitsystem und TE, wenn „Access-Netze“ wie z.B. Mobilfunk, Satellit, Richtfunk, Bündelfunk oder DSL genutzt werden, in einer „geschlossenen Benutzergruppe“ des Telekommunikationsanbieters befinden. Diese geschlossene Benutzergruppe darf ausschließlich für die Datenkommunikation der SRL-Plattform genutzt werden. Eine regelmäßige Zwangstrennung muss ausgeschlossen werden, weshalb die meisten DSL-Anschlüsse nicht in Frage kommen.

Abbildung: Virtuelle Kraftwerkskommunikation über die mdex Regelleistungsplattform

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