Jubiläumslogo mdex AG

Interview mit Sven Niklasson,
Gründer IC3S und Aufsichtsratsvorsitzender der mdex AG

20 Jahre mdex – vom Garagen-Start up zur erfolgreichen AG

1997 gründete Sven Niklasson die damalige IC3S GmbH und machte damit den netzübergreifenden SMS-Versand möglich. 20 Jahre später ist aus dem kleinen Garagen-Start up die mdex AG mit fast 5.000 Kunden geworden. Lesen Sie hier das Interview mit dem Firmengründer und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden.

Aufsichtsratsvorsitzender mdex AG Sven Niklasson

Gründer ic3s und Aufsichtsratsvorsitzender
Sven Niklasson

Wie kam es 1997 zur Gründung der IC3S – was war der Gedanke und die Motivation dahinter?

SN: Die Idee hinter der IC3S war im Bereich Informatik und Computertechnik eine Dienstleistung, Konzepte und Produkte anzubieten, die wenig Strom verbrauchen, die damals genutzten Primärenergien wie Atom- und Kohlekraft weitestgehend vermeiden und den Umweltschutzgedanken fördern. Daher auch der Name: „Information Computer Solartechnik“. Ich war lange Zeit bei Siemens und Dr. Neuhaus im Bereich der Telekommunikation tätig, hatte Know How, Ideen, Motivation, einen Partner an der Seite und durch eine Abfindung ein gutes Startkapital – also haben wir losgelegt.

Wie kam es dann aber zum Schwerpunkt SMS?

SN: Auf dem Gebiet kannte ich mich aus und hatte gute Kontakte zu den Mobilfunkanbietern. Ein großes Problem für die Anbieter war damals, dass der Kurznachrichtendienst zwar innerhalb des eigenen Netzes funktionierte, netzübergreifend aber nicht immer. Die Funkausstellung stand an, und dort in der Kürze der Zeit eine Lösung zu präsentieren, hat uns gereizt. Pünktlich zu Beginn der Messe funktionierte über unseren Server als Mittler der SMS-Versand von D1 zu D2 – das SMS-Volumen bei D2 stieg danach um über 30%. Das Ganze lief über unser erstes Rechenzentrum. Und das stand in einer Garage in Quickborn. Die war zwar in punkto Datensicherheit auf dem neuesten Stand, sah aber abenteuerlich aus. Vom ersten Geld haben wir erst mal eine vernünftige Klimaanlage gekauft. Ich staune heute noch darüber, dass unsere Geschäftspartner die Konstruktion damals abgenickt haben…

Gab es auf dem Gebiet denn ernstzunehmende Konkurrenz?

SN: Es gab einen Mitbewerber – aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Wir waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort, hatten das richtige Know How und die richtigen Kontakte. Bis 2000 hatten wir es geschafft, dass alle großen Mobilfunkanbieter den netzübergreifenden SMS-Versand über die IC3S abwickelten. Und das ganz ohne Marketing und Vertrieb, nur über Mund-zu-Mund-Propaganda und durch unseren guten Ruf in der Branche. Frei nach Victor Hugo: „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Über das Datenvolumen – und das war immens – haben wir Geld verdient und investiert. Zu dem Zeitpunkt allerdings nicht mehr aus der Garage, sondern aus unserem ersten richtigen Firmensitz in Quickborn und Tangstedt. Und statt einem Administrator hatten wir sieben, die sich um das Rechenzentrum gekümmert haben und neue Produkte, Software und Anwendungen entwickelt haben.

Was war das Spannendste in der Zeit?

SN: Wahrscheinlich der Jahrtausendwechsel – wir haben da wirklich mit dem Schlimmsten gerechnet und die komplette Belegschaft starrte Punkt Mitternacht in der Firma auf die Monitore. Und dann passierte: nichts. Das ist zum Glück bis heute so geblieben: Mit über 99% Verfügbarkeit hat es bis heute keinen nennenswerten Ausfall unseres Dienstes gegeben.

Wenn Sie nach 20 Jahren zurückblicken, gibt es etwas auf das Sie besonders stolz sind?

SN: Dass wir damals als kleines „Garagenunternehmen“ mit einer Handvoll Mitarbeiter etwas geschafft haben, was andere nicht hinbekommen hatten – oder nicht anbieten wollten. Und dass wir das Copyright für unsere Programme und Anwendungen zur SMS-Vermittlung weltweit zu unseren Bedingungen verkauft haben – und dabei unseren Prinzipien treu geblieben sind, auch wenn das hieß, mal ein Geschäft nicht zu machen.

Lief denn immer alles so glatt und problemlos oder gab es auch mal Zeiten, in denen Sie zittern mussten?

SN: Das muss so 1998/99 gewesen sein. Ich habe per Zufall unter der Hand erfahren, dass die Telekom als unser größter Kunde und größter Mobilfunkanbieter den Auftrag zur SMS-Vermittlung an einen anderen Anbieter geben wollte. Da hab ich schon gedacht „Das war’s jetzt“. Wir haben alles dran gesetzt, den Kunden zu halten – offiziell wussten wir ja von nichts. Was am Ende den Ausschlag gegeben hat, weiß ich bis heute nicht. Aber die Telekom ist bei uns geblieben.

Wie kam es zur Gründung der mdex?

SN: Wir haben ja schon lange neben dem SMS-Geschäft auf anderen Gebieten entwickelt. 2006 fiel dann die Entscheidung, das M2M-Geschäft in einer eigenen Gesellschaft abzubilden – der Name IC3S war im Markt einfach zu sehr mit dem Stammgeschäft verbunden, um da eine wirkliche Chance auf neuen Märkten zu haben. Daher die mdex – abgeleitet von „machine to machine data exchange“. 2014 waren beide Firmen so etabliert, dass wir sie wieder unter einer AG zusammengefasst haben.

Wie beobachten Sie die momentane technische Entwicklung gerade im Bereich M2M?

SN: Spannend finde ich gerade die Geschwindigkeit der Entwicklung. Fast unbegrenzte Datenspeicherung in Clouds, die von überall abrufbar sind, Bandbreiten, die auch großen Datentransfer in Echtzeit möglich machen, die Vernetzung aller Lebensbereiche von der industriellen Produktion bis hin zum vernetzten, miteinander kommunizierenden Haushalt – das alles wäre vor 20 Jahren ja noch Stoff eines Perry-Rhodan-Romans gewesen. Das bringt Chancen, aber auch Risiken. Ich glaube gerade das Thema Datensicherheit und Verschlüsselung wird immer wichtiger werden, auch im privaten Bereich. Da sind wir mit der mdex auch jetzt schon gut aufgestellt – seit 2014 sind wir IT-sicherheitszertifiziert gemäß ISO 27001 – aber hier muss man immer schneller sein als die Gegenseite, also Hacker, Bösewichte und dergleichen. Persönlich freue ich mich auf die Fortschritte im Bereich KI und IoT – das erste selbstfahrende Auto, das von unterwegs auch direkt noch die Einkaufsliste abarbeitet, die der Kühlschrank ihm übermittelt und automatisch den Zwischenstopp beim Blumenladen einplant, um den Strauß für den Hochzeitstag abzuholen, ist definitiv meins.

Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstand mdex AG Sebastian Hilberg, Sven Niklasson, Bruno Voigt

CEO Dipl.-Ing. Sebastian Hilberg, Aufsichtsratsvorsitzender Sven Niklasson, CTO Bruno Voigt

Würden Sie mit dem Wissen heute etwas anders machen?

SN: Ich wollte immer Unternehmer sein, also im Großen und Ganzen nicht. Eine Sache vielleicht doch: ich würde nicht mehr 24/7 nur arbeiten, sondern mehr auf die Work-Life-Balance achten. Mir nicht mehr ganz so viel Sorgen um mögliche Zukunfts-Szenarien machen. Da hatte John Lennon recht: „Life is what happens to you while you are busy making other plans (Leben ist, was passiert während du andere Pläne machst)“. Ein bisschen weniger arbeiten und ein bisschen mehr leben, das wäre im Rückblick auf lange Sicht besser gewesen.

Haben Sie ein Lebensmotto?

SN: Tu was du liebst, Geld und Erfolg kommen von allein.

Sie haben Fragen, Anregungen oder Ideen? Diskutieren Sie mit uns oder sprechen Sie uns einfach an.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar